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Die Eibe - Schönheit oder Todesbaum?

Warnung vor tödlicher Gefahr beim Verzehr der roten beeren durch Heimtiere

 

Auch in diesem Jahr wurden bereits etliche Vergiftungsfälle bei uns Tiermedizinern vorstellig, die auf den Verzehr roter Beeren von Eiben zurück zuführen sind.

Zwar ist die Population der Eibe (Taxus baccata) in den letzten Jahren zurückgegangen, mittlerweile steht sie unter Naturschutz, dennoch findet man sie, oftmals unscheinbar versteckt.

Neben der klassischen Wuchsform – als bis zu 15m hoher Baum – zeigt sich das immergrüne Nadelgewächs auch in zurück geschnittener Busch-oder Heckenform, die so manchen Garten ziert.

Insbesondere bilden die glänzenden grünen, weichen Nadeln mit den prächtigen roten Beeren (im Herbst, ab August) einen wunderschönen Kontrast.

Gerade aber die Beeren bilden eine tödliche Gefahr, besonders für junge und unerfahrene Tiere. 

 

Prächtiger Eibenbaum (Taxus baccata) und Ast mit Nadeln und Beeren (Arillus) (Quelle: Karl Heinz Liebisch/pixelio.de)


Die Beere, eigentlich ist es eine am unteren Ende offene Umhüllung (Arillus), beinhaltet eine Samenkapsel. Wird diese zerkaut und verzehrt, werden hoch toxische Gifte (Alkaloid Taxin und cyanogene Glykoside) abgegeben.

Aber auch die Nadeln und das Baumholz sind giftig. Bereits 50 Nadeln können ausreichen, um einen erwachsenen Menschen zu töten, 2-3 Samenkapseln töten einen kleinen Hund oder eine Katze.

 

Die Giftigkeit gilt für sehr viele Tierarten, insbesondere Pferde, Rinder/Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde, Katzen, Nager (Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse, Ratten, etc.), einige Vogelarten (z. B.Hühner, Enten etc.) Schildkröten und andere mehr.

 

Sehr häufig betroffen sind junge Hunde aller Rassen.

 

Übrigens ungefährlich sind Eiben z. B. für unser Rotwild,dieses frisst mit Vorliebe die zarten Nadeln der Bäume und Hecken. Auch bei vielen wildlebenden Vögeln stehen die Beeren auf dem Speiseplan. Und selbst exotische Papageien vertragen diese Pflanze problemlos.

Das rote Fruchtfleisch der Beeren schmeckt süß und enthält als einziger Teil der Pflanze kein Gift. Nach der Nahrungsaufnahme durch Vögel werden die unbeschädigten und weiter entwickelten Samenkapseln wieder ausgeschieden, was der Arterhaltung dieser Pflanze dient.

Da selbst kleine Mengen der giftigen Bestandteile von Eiben eine sehr starke Wirkung haben, ist mit ersten Vergiftungserscheinungen bereits eine Stunde nach Aufnahme zu rechnen.

Das Gift Taxin wirkt zunächst in Richtung Verdauungstrakt, wenig später und oftmals mit tödlichem Ausgang in Richtung Herz-Kreislauf. Der Zeitraum dazwischen beträgt oft nur eine Stunde, daher ist bei Verdacht rasches Handeln (Vorstellung bei einem Tiermediziner) zwingend erforderlich.

Anfängliche Symptome sind auch für den Laien gut erkennbar, man sollte umgehend Maßnahmen einleiten.

 

Der klassische Verlauf einer Vergiftung durch Eiben stellt sich wie folgt dar (mögliche Auswirkungen, müssen nicht alle auftreten):

 

1. Pupillenerweiterungen

2. Erhöhung der Herzfrequenz

3. Kreislauferhöhung, ggf. aktiveres Verhalten

4. Intensive Durchblutung (Färbung) der Schleimhäute

5. Schwindelgefühl

6. Leibschmerzen, Magen- und Darmkrämpfe

7. Durchfall, ggf. Erbrechen

8. Abfall der Herzfrequenz und Körpertemperatur

9. Kreislaufabnahme, passives Verhalten

10. ggf. einsetzende Atemprobleme

11. Kreislaufzusammenbruch, Bewusstlosigkeit

12. Herz-/Atemstillstand, Tod

 

Eine Selbstbehandlung nur durch den Halter ist fast ausnahmslos unzureichend. Die einzige sinnvolle Ersthilfemaßnahme, die bis zu 30 Minuten nach Giftaufnahme bei Hunden oder Katzen eingeleitet werden kann, ist das Tier zum Erbrechen zu bringen.

Dieses kann z. B. durch (Zwangs-) Gabe vom lauwarmen Salzwasser (intensive Lösung, nur mit Speisesalz) geschehen.

Das Erbrochene muss danach auf  Pflanzenbestandteile hin kontrolliert werden, am besten vom Fachmann – auf eine Vorstellung bei einem Tiermediziner darf niemals verzichtet werden, da mit Organschädigungen zu rechnen ist (Entzündungen Magen- Darmschleimhaut, Blase, Nieren, die behandelt werden müssen).

 

Fazit:

 

  • Meiden Sie, insbesondere mit jungen, unerfahrenen Tieren die Nähe von Eibenbeständen
  • Zeigen Sie Ihren Kindern diese Pflanze und sprechen Sie dieGefahr aktiv und ausführlich an
  • Verwenden Sie auf gar keinen Fall Eibenholz bzw. -äste  in den Käfigen von Nagern, Vögeln, Reptilien etc.
  • Handeln Sie bei Vergiftungsverdacht ohne Zeitverzug und unmittelbar. Hier gilt – lieber einmal zuviel zum Tiermediziner.

 

Falls weitere Fragen bestehen sollten - sprechen Sie uns an.

 

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